Das Osterfest ist die erste Feierlichkeit nach Weihnachten, auf die sich Kinder ganz besonders freuen. Schließlich versteckt der Osterhase zahlreiche süße Leckereien, bunte Eier und gelegentlich auch kleine Spielzeuge im Garten und die fröhliche Suche hält ganze Familien auf Trab. Rund um Ostern haben sich jedoch auch in Deutschland einige traditionelle Bräuche erhalten, die sogar heute noch praktiziert werden. Das Eiertrudeln bringt Spaß und genug Bewegung, um das Osteressen direkt wieder abzutrainieren.

            

Gänzlich geklärt ist die Herkunft des Eiertrudelns nicht. Es gilt jedoch als höchstwahrscheinlich, dass dieser Brauch vor mehr als 400 Jahren im ostsächsischen Bautzen entstand und sich von dort aus in weitere Regionen verbreitete. Früher trafen sich vor allem wohlhabendere Familien, die sich am oberen Ende eines Hügels aufstellten und nicht nur Eier hinabrollen ließen. Am unteren Ende warteten Kinder ärmerer Familien, die sich wiederum über die Geschenke freuten.

Auch heute noch ist ein Hügel unerlässlich für das Eiertrudeln. Schließlich sollen die ovalen Schönheiten ordentlich in Fahrt kommen und einen spaßigen Wettkampf ermöglichen. Die Regeln wiederum haben sich im Laufe der Jahrhunderte leicht verändert und können von Region zu Region variieren.

            

Nach der Suche variieren die Regelwerke rund um das Eiertrudeln von Region zu Region. Dem klassischen Brauch aus Bautzen nach geben die teilnehmenden Kinder ihren Eiern vom höchsten Punkt des Hügels aus einen kräftigen Schubs, sodass diese hinabrollen. Das Ei, das die längste Strecke „getrudelt“ ist und am Ende eine heile Schale behalten hat, gewinnt. Das Gewinnerkind darf dann alle unversehrten Eier behalten (auch die der Gegner), während die zerbrochenen Eier an Ort und Stelle aufgegessen werden müssen.